In der vergangenen Woche hat Werner Patzelt, selbsterklärter
PEGIDAversteher und Professor für politische Systeme an der TU Dresden die
bisher umfangreichste Studie zu PEGIDA herausgegeben. Sein Buch „PEGIDA.
Warnsignale aus Dresden“ umfasst 670 Seiten. Die Studie hat allerdings
Schwächen und das fängt bereits bei der Beschreibung der Teilnehmer an. Durch
willkürliche Datenauswahl war das Ergebnis der wirtschaftlichen Klassifizierung
der PEGIDA-Teilnehmer schon vor Beginn der Befragung klar. Kritische
Wissenschaft ist das nicht.
Dieser Blog wird versuchen, die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung Dresdens und das Pegida - Phänomen zu ergründen. Er soll als Ideenschmiede und Informationsquelle dienen.
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Donnerstag, 23. Juni 2016
Dienstag, 17. November 2015
Analyse: Diskussion von Werner Patzelts Erklärungsansätzen - Teil 1: PEGIDA wurde der Dialog verweigert
Einleitung
Spätestens seit Dezember 2014, als er mit Fernsehinterviews in MDR und ZDF sehr große Reichweite erzielte, formiert sich Widerstand. Die Kritiker werfen Patzelt vor, er verharmlose die Gefährlichkeit von PEGIDA und die fremdenfeindlichen Auswüchse der Bewegung. Spätestens seit einem Interview mit der Jungen Freiheit, einer Wochenzeitung, die als Sprachrohr der Neuen Rechten dient, hat er sich für viele Akteure des liberalen und linken politischen Spektrums als Wissenschaftler und Beobachter von PEGIDA diskreditiert.
Nichtsdestotrotz muss anerkannt werden, dass Patzelt sich ein Bild von genau der gleichen Fragestellung, die diesen Blog umtreibt gemacht hat. Er hat eine Anzahl von Thesen entwickelt und weiterentwickelt. Auch versuchte er sich immer wieder an Lösungsvorschlägen. In einer Reihe von Blogbeiträgen soll hier den Thesen Patzelts nachgegangen, seine Ausgangsanalyse hinterfragt und die Nützlichkeit seiner Empfehlungen überprüft werden.
Dieser Beitrag kommt für die These: "PEGIDA wurde der Dialog verweigert" zu folgenden Schlüssen:
- PEGIDA wurde der Dialog nicht verweigert. PEGIDA verweigerte den Dialog.
- PEGIDA wurde zu Recht als rechtspopulistische Bewegung wahrgenommen.
- PEGIDA als Dresdner Phänomen lässt möglicherweise auf die ausgesprochen konservative städtische Gesellschaft zurückführen. Diese hätte demnach eine Kristallisation eines gesamtostdeutschen Phänomens in der Stadt begünstigt.
Daraus sind zwei Problemfelder identifizierbar, die es zu überwinden gilt: Eine Auflösung von Partikularinteressen in der Gesamtgesellschaft findet in Demokratien nur über Dialog statt. Wie kann man diesen Herstellen, wenn der Partner ihn verweigert? Wie kann in einer strukturell konservativen Großstadt aus einer progressiven Haltung heraus die politische Auseinandersetzung geführt werden, ohne Gräben aufzureißen, aus denen dann rechtspopulistische bis rechtsextreme Positionen kriechen?
[Nachtrag] Video eines MDR-Beitrags eingefügt. Dieser beschreibt bereits für den 27.10. - also für die zweite PEGIDA-Versammlung - die Anwesenheit von Personen, die klar dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind.
[Nachtrag] Video eines MDR-Beitrags eingefügt. Dieser beschreibt bereits für den 27.10. - also für die zweite PEGIDA-Versammlung - die Anwesenheit von Personen, die klar dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind.
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